Übersicht:

- Über die Geologie der Gemarkung Phöben
- Die Trockentäler der Phöbener Berge
- Der Phöbener Sandberg
- Der Lehmberg
- Der Krielower See

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Über die Geologie der Gemarkung Phöben

Die Gemarkung Phöben ist eine geologische Besonderheit. Es handelt sich hier um ein sogenanntes "Kames" (Prof. Weise), eine Insel die sich nicht in die Bergketten der letzten Eiszeit, die Weichselkaltzeit, etwa vor 10 000 Jahren einfügt. Entstanden sind die Berge durch einen Resteisblock, der beim Rückzug der Eismassen liegen blieb und beim Abschmelzen die Sande aufschüttete. Das sogenannte Brandenburger Stadium bestand aus drei kleinen Eiszeiten:

1.Stadium:
die Beelitzer Sander

2.Stadium:
von Klein Kreutz, Götz, Deetz, Werder/H., in deren Linie sich die Insel Phöben nicht einfügt, aber dazu gehört.

3.Stadium:
schon stark abgeschwächt, gehört die Sanderkette des Töplitzer Landes, mit seinem Kames (Mühlenberg/Weinberg) die weiterführend in Richtung Ketzin / Roskow ausläuft.

In dieser Phase entstand letztlich das Aussehen unseres derzeitigen Havellandes.

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Die Trockentäler der Phöbener Berge

Betrachtet man die Phöbener Berge genauer, kann man einige Besonderheiten entdecken. Es fällt auf, dass die Berge von vielen kleinen Schluchten zerfurcht sind, hier handelt es sich um sogenannte "Trockentäler", die im Laufe der Jahrtausende durch Erosion entstanden sind. Es ist dabei zu bedenken, dass Wachtelberg und Haagberg früher als ein Ganzes gesehen werden musste. Es wurden von Fachleuten errechnet, dass so1.5 Mill. m³ Sand als Schwemmkegel vor den Bergen abgelagert wurden.

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Der Phöbener Sandberg

Eine weitere Besonderheit befindet sich in der Sandgrube (Feuerwehr, Gemeindebüro), am Sandberg. Auf halber Höhe befindet sich in horizontaler Lage eine etwa 1,50 m starke bindige Sedimentschicht in den Farben, grau, grün, braun mit starken Muschelablagerungen. Diese Ablagerungen sind aber nicht dort gewachsen, sondern wurde mit dem Eis als Dauerfrostbodenplatte aus Nord-West-Richtung heran transportiert und blieb beim Abschmelzen des "Kames" liegen.


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Der Lehmberg

Eine weitere geologische Besonderheit ist der Aufschluss hinter dem Grundstück Breitenborn. Hier lässt sich die Folge von zwei Eiszeiten beobachten. Das untere Relief stammt aus der Saaleeiszeit, die über 130 000 Jahre zurückreicht, die oberen Schichten stammen aus der Weichseleiszeit, vor ca. 10 000 Jahre. Entstanden ist diese Beson-derheit beim Vorstoß des Weichseleises, das mit seinem enormen Druck die Saalezeitlichen Geschiebemergel aufstauchte, nach oben presste und übereinander ablagerte. Die Saalezeitlichen Ablagerungen lassen sich jetzt nur noch, durch Verschüttung der Sockel, bedingt erkennen.

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Der Krielower See

Das Naturschutzgebiet  "Krielower See" ist Teil einer Moorrinne mit verlandetem See zwischen dem Großen Plessower See und der Havel. Es erstreckt auf die Gemarkungen Kemnitz, Phöben, Krielow und Schmergow. Es befindet sich rechts der Kemnitzer Straße in Richtung Kemnitz.
Der Schutzzweck ist die Erhaltung und Entwicklung als Lebensraum wild lebender Pflanzengesellschaften und wild lebender Tierarten. Es dient dem Schutz und dem Erhalt von Armleuchteralgen-gesellschaften in Torfstichen, Flutrasen, Röhrichtgesellschaften, Großseggenrieden, Feuchtwiesen, feuchten Hochstaudenfluren, Weidengebüschen und Erlenbrüchen. 
Es hat als Brutgebiet bestandsbedrohter Vogelarten, als Rastgebiet für ziehende Vogelarten, sowie als Reproduktionsraum bestands-bedrohter Amphibien-, Reptilien- und Fischarten Bedeutung.
Im Naturschutzgebiet "Krielower See" wachsen zahlreiche durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützte Arten, wie beispielsweise Wasserfeder, botanisch Hottonia palustris, Schachblume (Fritillaria meleagris), Prachtnelke (Dianthus superbus), Zungenhahnenfuß (Ranunculus lingua) und der Lungenenzian (Gentiana pneumonanthe). Es dient dem Erhalt und der Entwicklung von Pfeifengraswiesen auf torfigen Boden.
Es dient beispielweise dem Kranich (Grus grus), der Tüpfelralle (Porzana porzana), dem Wachtelkönig (Crex crex), der Bekassine (Gallinago gallinago), der Knäkente (Anas querquedula), der Ringelnatter (Natrix natrix), der Knoblauchkröte (Pelobates fuscus) und dem Moorfrosch (Rana arvalis) als Lebens- bzw. Rückzugsraum und potentielles Wiederausbreitungszentrum. Diese Tierarten gehören zu den besonders streng geschützten wild lebenden Tierarten.
Die Erhaltung des Gebietes ist von Bedeutung aufgrund seiner besonderen Eigenart als naturnaher Moor- und Niederungsbereich mit großer Artenvielfalt und hoher Strukturdiversität.
Es stellt einen wesentlichen Teil des regionalen Biotopverbundes zwischen dem Großen Plessower See und der Havel dar.

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