Die Besiedlungsgeschichte der Gemarkung Phöben Woher kam der Name Phöben? Der Räuberberg Die Besiedlungsgeschichte der Gemarkung Phöben Phöben ist nachweislich seit 4000 Jahren besiedelt, gegenüber dem Räuberberg bis zu 8000 Jahre (Mittelsteinzeit), Tierfunde weisen bis 200 000 zurück. Jungsteinzeitfundstellen aus der Zeit 2000 -1800 vor der Zeitrechnung auf dem Friedhof, sowie eisenzeitliche Funde (Germanen) aus der Zeit 300 Jahre vor der Zeitrechnung, auf dem Acker Brünning und Nickel sowie auf dem Friedhof zeugen davon. Aus der selben Zeit stammt der Fund eines Einbaum im Zernsee (Autobahnbau).                        Scherben- und Knochenfunde bei Freilegung einer Bronzezeitsiedlung zwischen Birkenweg und Seestraße 1988 Der Friedhof in Phöben wurde durch alle Besiedlungszeiten genutzt. Die Lausitzer hinterließen 1500 vor der Zeitrechnung (Bronzezeit) auf der ganzen Insel ihre Spuren, der Name Lausitzer entstammt aus ihrer Urheimat, der Lausitz. Ebenfalls haben sich die Spuren der Eisenzeit, von 500 vor bis 500 nach der Zeitrechnung erhalten. Bis in die Zeit 300 ist die Urnen- bestattung typisch , danach setzt sich das Skelett- begräbnis durch. Der bedeutendste Fund für Phöben ist das Grab eines schwäbischen Kriegers und einer Frau stammend aus Thüringen aus der Zeit um 600. Die heutigen Schwaben- länder stammen von den Havelgermanen Semnonen“, vom Groß- stamm der Sueben ab (Völkerwanderung). Bei der Frau ist die künstlich veränderte  Kopfform (Birnenform, genannt Hunnenkopf) für Thüringen typisch. . Im Wald von Kemnitz (Vogelsangheide) befindet sich die wahrscheinlich größte Begräbnisstätte der Semnonen, mit über 1000 Fundstellen (1.-4.Jh.). Es wurde neben Waffen und römischen Metallgefäßen auch Gold und Silberschmuck gefunden. Eine Sagenhafte Kultstätte im Stammesgebiet der Sueben wurde nie gefunden, dort sollen sich regelmäßig Abgeordnete des Großstammes versammelt haben, vielleicht auch schwäb. Krieger. Um 700 erreichten die Slawen, auch "Wenden" genannt, das fasst leere Havelland. Sie selbst nannten sich "Wilsen", und später im Havelland nannte sich der Stammesverband dann "Stodoranen". Durch die Vermischung der restlichen Germanen welche die Havel "Habula" nannten, entstand im Neuhochdeutsch der Stammesnahme "Heveller" und somit der Flussnahme "Havel". Die Wilsen gründeten um 800 das erste zusammenhängende Dorf mit Räuberberg, der um 983 seine Bedeutung verlor. Das wilsische Urdorf (Heutige Fährstraße) wächst 1160 bis 1180 mit den deutschen Bauernkolonisten zusammen.                                                                                                                                                                                                                                                                                                      Fährstraße heute Urkundlich genannt wird Phöben das erste mal 1305 (Phöbener Furt), als Pfarr- u. Kirchdorf 1313, ein Dorf-krug im Jahre 1339, zum Kloster Lehnin seit 1364. Im Jahr 1605 sind laut Kloster Lehnin in Phöben noch 14 Fischer tätig. Im 30 jähr. Krieg ist der Ort mit Kirche abgebrannt und die Kirche 1635 notdürftig errichtet worden, von Friedrich II 1755 abgerissen und 1758 neu errichtet. Nach dem Bauernhofbrand im Jahre 1877 wurden zwei Höfe in Richtung Schmergow angesiedelt, ein Hof stand ungef. Grundstück Fredrich und der zweite Grundstück Schwitajski. Der dritte Hof befand sich am heutigen “Langen Haus“. Ein Rest davon ist die alte BHG Scheune. Der vierte Hof befand sich ungef. Ecke Merten, Baade, Konsum Petsch, wurde aber 1838 im Register nicht mehr erwähnt. Im Volksmund hieß er nur noch “Wüster Bauernhof “. Daraus folgend ergab sich auch nur eine nutzbare Ackerfläche für höchstens vier Bauernkolonisten. Die Phöbener Berge muss man sich als kahle Sandkuppen vorstellen, da in Phöben (Insellage) durch ständiges Hoch- wasser ein erheblicher Bauholz und Brennstoffmangel bestand und somit ein akuter Holzmangel.                                                                                                                                                                                               Woher kam der Name Phöben ? Die Gründung des Dorfes Phöben (alte Schreibweisen: Feeben, Veben, Vhebin u.a.) ist höchstwahr- scheinlich auf flämische Siedler zurückzuführen, die im Zuge der Kolonialisierung durch 'Albrecht der Bär' aus Flamen (Flandern) hierher umgesiedelt sind. Von jenen Siedlern wurde wahrscheinlich der Name von Febvin-Palfart im Departement Pas de Calais an der französischen Kanalküste auf den neuen Heimatort übertragen. Der Name des heute französischen Ortes lautete 1197 noch Phevin und hatte damals noch flämische Bevölkerung. Die Romanisierung dieser Gebiete setzte erst viel später ein. Das flämische Dorf befand sich in Richtung Schmergow hinter dem Kanal, und ist heute noch als Kietz- wiesen bekannt.   Der Räuberberg Der Räuberberg war eine der sichersten Fluchtburgen im Havelland und dadurch der Stamm der “Wilsen” (Slawen), die letzten Verteidiger des Slawentums gegen die vordringenden Deutschen.. Da der Räuberberg zu jener Zeit fast nur von Sumpf und Wasser umgeben war, ist es mit der damaligen Kriegstechnik nicht möglich gewesen die Burg anzugreifen. Erst im Jahr 929 gelang es “ Heinrich I “ im ersten Winterfeldzug (Slawenkreuzzug) die Burg zu erobern und niederzubrennen. Ausgrabungen von 1911-1913 weisen deutlich darauf hin. Neben Holzresten von Wohnbauten und slawischen Scherben fand man auch deutsche Siedlungsreste aus dem 12. Jahr- hundert. Die Archäologen gehen davon aus, dass die Burg in der Zeit von 983 (Großer Slawenaufstand) bis in das 12. Jahrhundert nicht genutzt wurde. Albrecht der Bär nutze die Burg nochmals als Ausgangspunkt zur Wiedereroberung des Havellandes. Bei genauer Betrachtung der Gegend kann man den Burghügel sowie die beiden Ringwälle noch schwach erkennen. Von einen unterirdischen Gang nach Ketzin bzw. einer Kette die durch die Havel gespannt wurde um Schiffe auszrauben, wurden keine Beweise gefunden. Es gibt aber eine Sage die von einem Goldschatz im Räuberberg berichtet. Eine ausführlichere Beschreibung des Räuberberges und seiner Geschichte finden Sie unter der Rubrik "Geschichte extra". Zusammengestellt von: Peter Jäger, Phöben aktueller Stand: Mai 2012
Skelett des schwäbischen Kriegers aus der Zeit um 600 (Foto vor 1938)
Urdorf Phöben mit 1000 jährigem Fischerkietz (F1-F12) nach einem Dorfplan von 1847, den Bauernhöfen (B1-B4) mit ihrer Ursprünglichen Lage aus dem 12. Jhd. und Gräbern aus der Zeit von 2000 v.d.Zr. bis 1157 (Bereich 1-7 in d. Lageübersicht) In Anlehnung an eine Veröffentlichung von Dr. Friedrich Bestehorn von 1938
 Übersicht: